24. und 25.6.2019

24. und 25.6.2019

Nach einem gemütlichen Frühstück und unter den kritischen Blicken der Park Operatorin am Okanogan Lake brechen wir auf und fahren Richtung E.C. Mannings Provincial Park. Irgendwie sind wir nicht in die Puschen gekommen und man sollte eigentlich um 11:00 seinen Platz geräumt haben. Bettina trödelt im Camper rum und ich bin gemütlich am telefonieren, da kommt das (wirklich!!) sehr freundliche Damenteam und fragt nach ob wir noch da oder schon da sind. Ich erkläre Ihnen: noch da und wir sind bald weg. Das ist zwar ok aber gegen 11:30 – ich bin gerade am Wasser tanken – kommen sie und kontrollieren, ob wir es wirklich geschafft haben los zu kommen.

Zum E.C. Mannings sind es ca 200 km. Eigentlich nicht viel aber über die Highways hier hab ich mich ja schon ab und an ausgelassen. 200 km bedeuten so ca 3 Stunden Fahrzeit.

In Princeton halten wir an, bummeln etwas durch die Stadt und essen in einem netten Kaffee. Bettina bekommt einen Garden Salat und ich eine Italienische Suppe. Beides schmeckt sehr gut.

Im E.C. Mannings Park angekommen sind wir etwas enttäuscht. Zwar waren wir darauf vorbereitet, dass es etliche Grad kälter ist als im Okanogan Gebiet aber irgendwie tun wir uns mit dem Campingplatz schwer. Es ist einer dieser an sich echt tollen super weitläufig angelegten Campgrounds in einem Provincial Park. Aber die riesigen Bäume lassen praktisch keine Sonne durch. Es ist richtig düster und zumindest für uns im Moment wenig einladend. Wir haben hier 2 Nächte gebucht aber sind uns schnell einig, dass wir morgen weiterfahren.

Wir laufen zum See und dort ist es recht sonnig. Nach einer kleinen Runde am See entlang lassen wir den Tag ausklingen. Für ein Campfire ist es uns zu kalt und auch unser super mit seinem Feuer engagierter Nachbar gibt recht schnell auf. Zuerst verschwindet seine Frau im Camper und dann sieht man das Feuer bald ausgehen. Selbst bei Feuer ist es hier einfach zu kalt zum draußen sitzen.

Am nächsten Morgen kommen wir tatsächlich mal recht früh raus. Zwar haben wir uns viel mehr vorgenommen als wir am Schluss schaffen aber wir fahren gegen 10:00 los Richtung Hope.

Unterwegs fahren wir zu den Othello Tunnels im Coquihallo Canyon Provincial Park. das sind 5 Eisenbahntunnel die ursprünglich für die Kettle Valley Railway gebaut wurden. Die Strecke führt an eben diesem Coquihallo Canyon entlang. Die Strecke war so schwierig und wurde immer wieder von Schneemassen und Felsstürzen zerstört, dass man 1961, nachdem die Strecke wieder mal zerstört wurde, sie nicht mehr repariert hat. Heute hat Parks BC die Tunnel wunderschön restauriert und mit neunen Brücken begehbar gemacht. Ein wirklicher Highlight, den man auf der Strecke nicht auslassen sollte.

Wir gehen durch die Tunnel und nehmen für den Rückweg den Hope-Nicola Valley Trail. Ein Trail der die ursprüngliche Strecke nachgeht die man hier früher nehmen musste um am Coquihallo Canyon vorbei zu kommen. Sicher ist heute alles zugewachsen, aber wir überlegen die ganze Zeit als wir den Trail laufen, wie die hier früher Viehherden drüber getrieben haben. Immerhin eine Strecke, die auf ca. 3,5 km ca.200 Höhenmeter überbrückt.

Insgesamt ist die Strecke nicht ganz 6 km lang. Also schaffen wir die 8.000 Schritte, die wir uns für jeden Tag hier im Urlaub als Minimum vorgenommen haben.

Abends checken wir verschiedene Campingplätze rund um Hope und entscheiden uns am Ende für den “Wild Rose” Platz. Ganz ok und nett für einen Nacht. Morgen fahren wir dann nach Vancouver und dann ist das meiste hier in Kanada gefahren.  Weit weniger als damals im Yukon und in Alaska. Aber auch mit wesentlich mehr Verkehr, viel mehr Bergen und teilweise zumindest für unseren Camper recht anspruchsvollen Pässen.

Hier heute mal eine Karte mit dem Weg zu den Tunnels heute.

Hier mal wieder Einer dem Deutsche Wohnmobil Fahrer zu langsam sind, insbesondere in Bereichen wo man extra per Schild zum „schell“ (slow heißt doch schnell oder ???) fahren aufgefordert wird.

Da war 70 km/h und so nebenbei auch noch die Aufforderung langsam zu fahren. Kurz vorher war auch noch ein Schild, das auf einen gefährlichen Streckenabschnitt hingewiesen hat und man darum „gebeten“ wurde doch bitte die Verkehrsschilder zu beachten. Vielleicht galt das aber auch nur für Camper. 😉

Ein cooler Abschlepp Truck und ich durfte reinschauen.  Der Fahrer war auch sehr nett. Er hat mir seinen Truck ein bischen erklärt und war mega stolz auf das Teil ca 700.000 $  (ca 450.000 € ) kostet er und alles daran ist Sonderausstattung. So einen Truck gibt es nicht von der Stange. Er ist aber nur der Fahrer.

Das Ding hat geglänzt als wäre er nagelneu. Er meinte es wäre ein riesen Aufwand den zu putzen aber das wäre bei seiner Firma selbtverständlich, dass die Trucks so sauber sein müssen.

Das Bild ist an einen “ Check Brakes“ Haltepunkt entstanden.

Check Brakes kommt oben an fast jeder steilen Abfahrt. Trucks müssen anhalten und Ihre Bremsen checken. Das macht übrigens Jeder. Wir haben echt keinen gesehen, der das ignoriert hat. Es gibt also tatsächlich Regeln an die sich sogar alle kanadische Truckfahrer halten.

Hier heute mal den Weg den wir heute gegangen sind mit den Tunnels.

Zwei ziemlich grimmige Typen die es überhaupt nicht lustig fanden, dass plötzlich noch andere ankamen und hofften von uns gefüttert zu werden. Was wir natürlich nicht getan haben, es ist auch verboten.

Einer der 5 Tunnel

Bettina im Tunnel

 

Das ganze ist recht beeindruckend weil die damals echt alles per Hand frei gesprengt und gegraben haben. Es gab über 50 Tote Arbeiter und Bahnangestellte in der kurzen Zeit (50 Jahre) in der es diese Eisenbahn gab. Es ist aber wohl nie ein Passagier zu Schaden gekommen.

 

Und ein bisschen Märchen Wunderwald auf dem Rückweg über den Trail.

Die Kommentare sind geschloßen.